Chef ist gelangweilt – Sie kennen das vielleicht. Wenn nicht, dann schätzen Sie sich glücklich, denn diese Art der Demütigung kann im falschen Moment eingesetzt absolut schmerzlich in ihrer Wirkung sein.
Wenn doch, dann hat es sich vielleicht so verhalten? Sie arbeiten viel und an mehreren Projekten gleichzeitig. Sie kommen als erster ins Büro und gehen erst wieder, nachdem die letzte Reinigungskraft das Gebäude längst schon verlassen hat. Der, der Ihnen bereitwillig seine Hilfe angeboten hat, ist auch schon längst weg.
Sie haben schon öfters an Ihre Vorgesetzten appelliert, dass dieser Zustand auf Dauer nicht zu ertragen ist und dass Sie nicht in der Lage sind, jedes Projekt von Mitarbeitern, die aus der Firma gemobbt wurden, zu übernehmen.
Die Projekte versinken im Chaos, bei den Kunden macht sich längst schon höchste Unzufriedenheit breit – kurz gesagt: Die Firma steckt tiefst in der Scheiße.
Da der Chef ein Idiot ist und nicht in Ansätzen willens oder mächtig irgendetwas zu ändern, sieht dieser die einzige Rettung darin, neue Ideen umzusetzen. Freilich sind diese noch bei weitem dümmer als jene, die Sie derzeit in Ihrer freiwilligen 80 Stunden Woche versuchen auszubaden.
Dazu braucht er einen geeigneten Operator für die Umsetzung: Nach einem kurzen Rundgang durch die Büroräumlichkeiten wird er vor Ihrem Schreibtisch halt machen und die Worte sprechen: „Womit bist du eigentlich beschäftigt?“
Auch hier gilt: Greifen Sie nicht zum Stroustrup – es wäre schade drum. Es ist schon geschehen und jeder in Ihrem Umfeld sollte wissen, dass Sie nichts oder zumindest nichts Sinnvolles tun. Vielleicht soll es sogar ein Zeichen sein, das die Firma gerade wegen Ihrer (Un-)Tätigkeiten so schlecht da steht.
Was Sie hier tun können: Lassen Sie sich einfach in aller Ruhe die schwachsinnigen Ideen des Chefs vorlabern und räumen Sie anschließend sofort Ihren Schreibtisch. Auch wenn Sie nicht unmittelbar eine neue Anstellung in Aussicht haben. Es ist einfach hoffnungslos.